Arbeitslosigkeit sinkt im Kreis Steinfurt/Borken
Kreis Steinfurt/Borken. „Wir haben schon fast wieder Vollbeschäftigung“, informiert Barbara Ossyra die FDP-Bundestagsabgeordnete Claudia Bögel beim Besuch der Agentur für Arbeit in Coesfeld, die auch für den Kreis Borken zuständig ist. Die Vorsitzende der Geschäftsführung weist aber gleich darauf hin, dass noch immer 10 000 Beschäftigte Kurzarbeit hätten. „Und auch hier gehen die Zahlen kontinuierlich weiter zurück“, informiert die Chefin der Agentur auf Nachfrage.
„Die Wirtschaft zieht an. Und parallel dazu gehen die Arbeitslosenzahlen zurück“, blickt Claudia Bögel optimistisch nach vorn und wischt die öffentliche Kritik an der Arbeit der Regierungskoalition förmlich mit einer Handbewegung vom Tisch. „Wir arbeiten in Berlin gut und erfolgreich zusammen. So schnell es ging, haben wir nach dem Regierungswechsel im vergangenen Herbst dafür gesorgt, dass beispielsweise durch ein Ausweiten der Kurzarbeit auf 18 Monate Betriebe die Chance haben, ihre Fachkräfte auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu halten. Das zahlt sich jetzt aus“, freut sich die FDP-Politikerin. Bei verbesserter Auftragslage könne das Stundenkontingent gleich wieder hochgefahren werden, ohne sich nach neuen Mitarbeitern umsehen zu müssen. Die eingespielten Teams seien weiter zusammen, und das trage zum Erfolg bei.
„Die befürchtete Krise am Arbeitsmarkt ist ausgeblieben“, stellt Barbara Ossyra nüchtern fest, die vor einem Jahr die Leitung der Agentur für Arbeit in Coesfeld übernommen hat, zu der sechs Außenstellen in den Kreisen Coesfeld und Borken gehören. „Verhalten optimistisch dürfe man in die Zukunft blicken“, fügt die Geschäftsführerin an. Ein zustimmendes Kopfnicken der liberalen Politikerin begleitet diese Aussage. „Das liegt insbesondere daran, dass die Inhaber der heimischen Betriebe hier im Münsterland in der Krise Marktnischen gefunden haben, um sich am Markt zu behaupten und sich zu entwickeln“, weiß Claudia Bögel aus vielen Gesprächen mit Firmenchefs.
„Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind für einander da“, bringen es die beiden Damen auf den Punkt. Das liege einfach daran, weil es hier viele kleine und mittlere Betriebe gebe, „in denen Mitarbeiter und Geschäftsführung sich teils seit vielen Jahren kennen und respektieren“, so Claudia Bögel, die Mittelstandsbeauftragte der FDP-Bundestagsfraktion ist.
Noch etwas Positives hat Barbara Ossyra zu vermelden: „Jugendliche werden wieder stärker eingestellt.“ Wer nach Abschluss der Ausbildung vor wenigen Wochen noch nicht übernommen worden sei, der bekomme jetzt einen festen Arbeitsplatz, freut sich die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit in Coesfeld mit mehr als 400 Mitarbeitern, dass auch in diesem Bereich eine weitere Entspannung stattfindet. Nicht mehr jeder Betrieb könne mittlerweile bei Neueinstellungen auf die bei ihm ausgebildeten Jugendlichen zurückgreifen. Andere hätten sich teils schon vorher bedient, weil sich die Auftragslage schon früher gebessert habe.
Insgesamt sei festzustellen, dass die Wirtschaft in Deutschland wieder wachse und die Konjunktur zu boomen beginne, streicht Claudia Bögel heraus und weist darauf hin, dass FDP-Wirtschaftsminister Rainer Brüderle viele wichtige und durch und durch bedeutende Entscheidungen zum Wohle von Handel, Handwerk und Gewerbe getroffen habe. Das zahle sich jetzt aus. „Schon lange haben wir in Deutschland keine so niedrige Arbeitslosenquote gehabt wie in diesen Tagen“, betont die FDP-Politikerin. Einig ist sie sich mit Barbara Ossyra, dass Vollbeschäftigung keine Utopie ist. „Alle Bereiche der Wirtschaft boomen. Neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Es geht sehr gut voran“, so Claudia Bögel. „Die Koalition hat von der Opposition herbe Kritik für ihre Arbeit einstecken müssen. Und auch jetzt noch, wo es uns schon wieder sehr gut geht, wird immer noch gemeckert“, ärgert sich Claudia Bögel.
Schon lange Zeit seien in ihrem Arbeitsmarktbezirk Aushilfskräfte, die teilweise von der Post kämen, im Einsatz“, erfährt die Bundestagsabgeordnete. Und noch mehr: Zum Jahrdesende werden diese Mitarbeiter nicht mehr benötigt. „Wir schaffen die Arbeit dann wieder mit unseren eigenen Leuten“, so Barbara Ossysra. Ein weiteres deutliches Merkmal, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt sich deutlich verbessert hat, ist für Chefin der Arbeitsagentur Coesfeld/Borken die Tatsache, „dass die Zahl der Zeitarbeitsfirmen stetig schwindet“. „Vollbeschäftigung rückt näher“, fasst Claudia Bögel zusammen. Sie weiß, dass dann in der Arbeitslosenstatistik noch immer eine 3 vor dem Komma steht, denn nicht alle Mitbürger sind in eine feste Beschäftigung zu vermitteln.
Den gerade aufgenommenen Kontakt und Gesprächsfaden zu halten, ist für beide Damen wichtig. Wenigstens einmal im Jahr wollen sie sich zum persönlichen Gedankenaustausch treffen. Und damit es zwischendurch mit dem schnellen Griff zum Telefon klappt, haben sie ihre Durchwahlnummern gleich ausgetauscht.
Foto: Claudia Bögel und Barbara Ossyra vor der Agentur für Arbeit in Coesfeld